Ein gutes Angebot an Geschäften ist wichtig für einen lebendigen Kiez. Aus diesem Grund hat der Quartiersrat das Projekt "Gewerbenetzwerk Auguste-Viktoria-Allee" auf den Weg gebracht. Mithilfe des Trägers LOKATION:S entwickeln die im Kiez ansässigen Gewerbetreibende Vermarktungsstrategien und organisieren gemeinsame Aktionen wie z.B. die Nikolaus-Aktion im Dezember.

Um die Gewerbetreibenden im Kiez bekannter zu machen, porträtieren wir auf unserer Webseite regelmäßig Dienstleister und Einzelhändler. Diesmal geht es um die Traditions-Firma "Eis Schober" mit Filialen am Eichborndamm und in der Auguste-Viktoria-Alle.


Eis Schober – Familienbetrieb seit 1945

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Los ging es mit „Eis Schober“ 1945 in der Dörpfeldstraße in Adlershof.
 

An der Kreuzung zwischen Antonienstraße und Auguste-Viktoria-Allee steht eine Schlange von Menschen geduldig in Reih und Glied auf dem Gehweg und lässt sich die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen auf den Kopf scheinen. Seit 2010 versorgt Familie Schober im Laden an der Ecke Kunden aus ganz Reinickendorf und darüber hinaus mit ihrem selbstgemachten Eis. Schon seit 1994 im Auguste-Kiez ansässig, hat Eis Schober bereits Tradition, doch die Geschichte des Ladens reicht zurück bis ins Jahr 1945.



Nach dem Krieg gründeten die Eltern von Peter Schober im August ihren Eisladen in der Dörpfeldstraße in Adlershof. Das erste Eis aus eigener Herstellung gab es wenige Zeit später, die erste Geschmackssorte war Himbeere. Die Mutter, eine gebürtige Französin, brachte einen Sinn für gutes Essen mit, der Vater war Werkzeugmacher und kümmerte sich um die Technik der Eismaschinen. Durch das knappe Angebot an Eisdielen in Ostberlin und die gute Lage des Ladens neben Wissenschaftszentrum und Fernsehstudio erfuhr der Laden zu DDR-Zeiten schnell großen Ansturm und erfreute sich bis zu seiner Schließung im Jahr 1993 großer Beliebtheit.

Peter Schober, der nach dem Bau der Mauer in Westberlin aufwuchs und ursprünglich eine Ausbildung zum Fotografen machte, übernahm die Familientradition schnell und gründete 1974 die erste Westberliner Filiale von Eis Schober in der Badstraße. Von dort zog das Eisgeschäft über die Jahrzehnte über Schöneberg, Wilmersdorf und Charlottenburg nach Reinickendorf, wo es 1994 vorerst an der Kreuzung Eichborndamm/Auguste-Viktoria-Allee sein Zuhause fand.

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Das Eis-Café in den frühen 90er Jahren.

Auch Familie Schober zog nach Reinickendorf, wo Simon Schober aufwuchs, der das Geschäft heute mit seinem Vater leitet. Zwischenzeitlich studierte er Wirtschaft in Kiel und stieg mit dem neu gewonnenen unternehmerischen Wissen in den elterlichen Betrieb ein.
Mit dieser geschichtsträchtigen Entwicklung ist Eis Schober einer der ältesten Berliner Betriebe der Eisherstellung. Schon früh setzte das Geschäft zudem auf natürliche Zutaten und warb bereits Anfang der 1980er Jahre mit seinem Slogan „Natürlich Schober Eis“. Fast alle Eissorten werden ohne Zusatzstoffe hergestellt, nur bei der geliebten Sorte Waldmeister kann beispielsweise nicht darauf verzichtet werden.
Jedes Jahr im Winter hat das Café geschlossen, es öffnete dieses Jahr Anfang März wieder seine Türen. 22 Eissorten gibt es im Laden an der Auguste-Viktoria-Allee 45 zurzeit, im Sommer kommen noch ein paar mehr hinzu. Gegen Herbst wird das Sortiment saisonal angepasst und um weihnachtliche Eissorten wie „Geröstete Mandeln“ ergänzt, bevor Eis Schober Ende Oktober wieder in Winterpause geht.

Mit seiner langen Tradition und dem natürlichen Eisgeschmack zieht Eis Schober im Frühling, Sommer wie Herbst junge und alte Kunden aus dem ganzen Kiez an. Am Wochenende kommen die hungrigen Gäste auch aus weit entfernten Ecken, der langjährige Ruf des Unternehmens eilt dem kleinen Laden voraus.
Eisdiele Schober gehört zu den letzten wirklichen Eismanufakturen und stellt ihr Eis mit traditionellen, vertikal arbeitenden Maschinen her. Fast alle modernen Eisdielen arbeiten mit horizontal funktionierenden Eismaschinen, in denen das Eis mit einem 50% Lufteinschluss verarbeitet wird. Peter Schober nennt es „Lufteis“ – das sind die typischen flachen Schalen mit den Eisbergen. Bei traditionellen Herstellungsmethoden entsteht weniger Luft und mehr Substanz. Feinschmecker bemerken den Unterschied. Inzwischen, vor allem an Sonntagen, kommen viele Kunden auch aus anderen Bezirken. Neben der Filiale an der Antonienstraße gibt es auch eine kleine Eisstation am Meller Bogen 2, die im Sommer zusätzlich geöffnet hat und von der Familie betrieben wird.

Simon Schober möchte die Familientradition erhalten und das Unternehmen weiterentwickeln – und freut sich schon darauf in rund 25 Jahren mit Familie und Stammkunden „100 Jahre Schober Eis“ feiern zu können.


Eis Schober
Auguste-Viktoria-Allee 45          Eichborndamm 37
13403 Berlin                            13403 Berlin
Tel.: 030 46795555                 Tel.: 030 4131598

Öffnungszeiten:
Mo.-So.: 11:00 – 20:00 Uhr

Text: L. Ouardi, Fotos: Schober-Eis
Illustration (Karte): Sara Contini-Frank

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